in letzter Zeit fällt mir immer mal wieder auf, dass Du mich prüfend und sorgenvoll anschaust. Irgendwann wird meine Zeit abgelaufen sein. Das weiß ich, und das weißt Du - aber doch jetzt noch nicht. Ich werde es Dich spüren lassen wenn es soweit ist und bis dahin - lass uns leben - bewusst und froh, nicht die Angst soll uns beherrschen, sondern die Freude zusammen zu sein.

Wenn ich aufstehe, ich gebe es ja zu, ist das etwas beschwerlicher als früher, und sieht auch nicht mehr so elegant aus, auch beim Laufen bin ich langsamer und behäbiger geworden.

Zum Spielen habe ich nicht mehr soviel Lust, ich finde es teilweise sehr anstrengend, und mir geht schnell die Luft aus. Das Essen, das Du mir zubereitest schmeckt mir immer noch super, aber ich fresse langsamer - meine Zähne sind ja auch nicht mehr die jüngsten.

Aber manchmal, wenn Du mich so traurig und wehmütig anschaust möchte ich Dir sagen - ich lebe doch noch, mir geht es gut auch wenn ich nicht mehr so schnell bin und langsam ein wenig tütelig werde. Wie oft hast Du früher gesagt "sei nicht immer so hektisch" nun, das bin ich nicht mehr. Ich lebe nach dem Motto "in der Ruhe liegt die Kraft". Manchmal zwicken mich meine alten Knochen - aber da geht es mir nicht anders als Dir. Ich sehe auch nicht mehr so gut (Du trägst ja auch eine Brille......) und das mit dem Hören - naja so schlimm ist das ja nicht, wenn man nicht alles mitkriegt, oder?

Ich genieße die Ruhe wenn ich unter Deinem Schreibtisch liege. Wenn es nicht zu warm ist, döse ich gerne in der Sonne. Mein Lieblingsplatz im Winter ist neben dem Kamin, dort liegt ein Fell, und die Wärme tut mir richtig gut.

Ich rege mich nicht mehr so schnell auf, bin viel ausgeglichener und gelassener geworden - und lasse auch gerne die Jüngeren mal die Hauptarbeit machen - sollen die doch aufpassen.

Mich macht es glücklich mit Dir zusammen auf dem Sofa oder im Bett zu kuscheln, ich genieße Deine Hände die mich streicheln und massieren, ich genieße den Klang Deiner Stimme - manchmal klingt das wie ein schönes Lied das mich zum Träumen bringt. Oft erzählst Du mir Geschichten, oder wie Du Dich fühlst - ich verstehe zwar nicht jedes Wort, aber ich spüre wie es Dir geht und freue mich über Dein Vertrauen.

Noch ist meine Zeit nicht gekommen, und ich bitte Dich, lass uns die Zeit die uns noch bleibt zusammen genießen. Es ist auch schön, nicht immer rumzudüsen sondern die Langsamkeit zu leben. Kleine Dinge, die ich als Jungspund gar nicht wahrgenommen habe fallen mir nun auf, und erfreuen mein Herz. Ich beobachte einen Schmetterling, erfreue mich an seinen schönen Farben und seinem beschwingten Tanz - und habe überhaupt nicht mehr den Wunsch ihm hinterher zu jagen.

Es ist wunderbar, dass ich bei Dir alt werden darf. Du bist mir nicht böse, wenn ich es mal nicht rechtzeitig in den Garten schaffe um mein Geschäft zu verrichten, Du nimmst Rücksicht auf meine Zipperlein, Du verwöhnst mich mit besonderen Leckereien die gut zu kauen sind.


Schick mich nicht zu früh weg, nur weil Du nicht ertragen kannst, dass ich alt und klapperig werde. Das gehört zum Leben dazu - und ein paar Altersbeschwerden haben noch keinem geschadet. Wir Hunde haben Euch Menschen gegenüber einen großen Vorteil, wir müssen nicht unendlich leiden sondern bei uns ist man gnädig und läßt uns gehen wenn das Leiden unerträglich wird. Pass nur auf, dass dieser Vorteil nicht zum Nachteil wird - denn ich habe von einigen Fällen gehört (auch Hunde reden untereinander) in denen der Mensch aus Unsicherheit, Angst und/oder Bequemlichkeit seinen besten Freund zu früh gehen ließ. Mach diesen Fehler bitte nicht, höre auf mich und Dein Herz, dann wirst Du wissen wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Vielleicht schlafe ich auch einfach ein - das wäre für uns beide das Schönste.

Ihr Menschen habt die Hoffnung wenn Ihr gestorben seid in den Himmel zu kommen, oder die Angst in der Hölle zu schmoren.

Für uns Tiere gibt es nach dem Leben auf der Erde keinen Himmel und keine Hölle - wir haben das REGENBOGENLAND.

Manchmal träume ich davon und es ist wunderschön - dort blühen alle Arten von Blumen und Pflanzen, man hört leise eine feine und schöne Melodie, ein Bach rauscht, der Wind weht ganz sanft und verteilt überall einen süßen Blütenduft. Es gibt soooo viele Tiere, das kann man sich gar nicht vorstellen. Die Tiere verstehen sich alle und es gibt keinen Neid, keine Missgunst und keinen Streit.

Alles ist sehr harmonisch und friedvoll. Was es allerdings nicht gibt, sind Menschen. Das ist das einzige, was mich ein bisschen traurig stimmt. Aber in meinem letzten Traum habe ich etwas erfahren, das mich hoffnungsvoll an die Zeit nach dem Leben denken läßt. 

Es geht das Gerücht, dass besondere Menschen, Menschen die ihre Tiere über alles lieben, die sich nicht von egoistischen Motiven leiten lassen sondern immer mit dem Herzen überlegen ob das, was sie tun auch das richtige für ihr Tier ist, dass diese Menschen Zutritt zum Regenbogenland bekommen. Sie dürfen sich überzeugen, dass es ihrem Tier gut geht, und dass es alles hat was es braucht. Sie dürfen ihr Tier in den Arm nehmen - und sie werden das Gefühl haben, dass der Augenblick eine Ewigkeit ist und die Ewigkeit ein Augenblick.

Ich weiß, dass Du so ein Mensch bist - darum sei nicht traurig wenn der Abschied kommt, es ist ein Abschied für kurze Zeit und ich trage Dich immer in meinem Herzen, so wie ich in Deinem Herzen ein Zuhause für immer gefunden habe.


15.06.2010 Gerti Schmidt


Regenbogenbrücke

Es gibt eine Brücke, die Himmel und Erde verbindet.

Weil sie soooo viele Farben hat, nennt man sie die Regenbogenbrücke.

Auf der anderen Seite der Brücke liegt ein wunderschönes Land mit blühenden Wiesen, saftigem grünen Gras und traumhaften Wäldern.

Wenn ein geliebtes Tier die Erde für immer verlassen muss, gelangt es zu diesem wundervollen Ort.

Dort gibt es immer reichlich zu fressen und zu trinken.

Das Wetter ist immer schön, und warm wie im Frühling.

Die alten Tiere werden dort wieder jung, und die kranken Tiere wieder gesund.

Den ganzen Tag spielen und tollen sie vergnügt miteinander.

Nur eines fehlt ihnen zu ihrem vollkommenen Glück:

Sie sind nicht mehr mit ihren geliebten Menschen zusammen.

So rennen und spielen sie jeden Tag miteinander, bis eines Tages eines von ihnen plötzlich innehält und gespannt aufsieht.

Seine Nase nimmt Witterung auf, seine Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß.

Es löst sich langsam von der Gruppe und rennt dann über das grüne Gras davon.

Es läuft schneller und schneller denn es hat Dich gesehen, endlich!

Und wenn Du und Dein geliebtes Tier sich treffen ist die Wiedersehensfreude gross und will gar nicht enden.

Du nimmst es in Deine Arme und hälst es fest umschlungen.

Dein Gesicht wird wieder und wieder von ihm geküsst, es kann sich gar nicht beruhigen.

Deine Hände streicheln sanft über sein schönes Fell, und Du siehst endlich wieder in die Augen Deines geliebten Freundes, der zwar lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber keinen Augenblick aus Deinem Herzen.

Dann überquert Ihr gemeinsam voller Frieden und Freude die Regenbogenbrücke und werdet von nun an niemals mehr getrennt sein.

Was sich liebt, wird nie getrennt.




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